In diesen Tagen wird das Thema der russischen Armee sehr interessant. Heute ist eine gute Reportage bei ZEIT.DE erschienen. Es geht im Beitrag vor allem um die Wehrpflicht und den Zivildienst in Russland.
Interessant ist dieses Thema vor allem, weil im Moment die Armee im Wandel begriffen ist. Die neuen Reformen des Wehrdienstes, wobei die Dienstlänge auf ein Jahr verkürzt wird und die meisten offiziellen Wege zur Vermeidung des Wehrdienstes abgeschafft werden, schlagen im Moment recht hohe Wellen.
So wurde Anfang März die Reform abgeändert. Es ging dabei um die Anzahl von Universitäten mit militärischen Fakultäten. Diese erlauben es den Studenten ohne in den „normalen“ Dienst zu gehen, den Offiziersrang zu erlangen. Während heute die meisten Universitäten über eine solche Einrichtung verfügen, sollten es nach der Reform ursprünglich 35 Eliteuniversitäten sein. Am 6. März wurde nun die Anzahl dieser Universitäten verdoppelt. Es wird vermutet, dass das damit zusammenhängt, dass die hohen Beamten einen sicheren Platz für Ihre Kinder in diesen Universität haben wollen. Die wahren Hintergründe sind aber wie so häufig im Verborgenen.
In diesen Tagen gibt es aber weitere Meldungen, die auf stärkere Veränderungen innerhalb der Armee hindeuten. So hat gestern am 24. März der Chef des Generalstabs der Armee Jurij Baluevkij seinen Rücktritt erklärt. Wie es aus informierten Kreisen verlautet, soll der Grund des Rücktritts im Konflikt des Generals mit dem Verteidigungsminister, Anatolij Serdukov, liegen. Der General habe sich öffentlich mit der Umsiedlung der Generalstabs der Flotte und der Marine nach St. Petersburg nicht einverstanden gezeigt. Im Kern gehe es dabei aber um den Streit, wer letztendlich das Sagen in der Armee hat, der Minister oder ein Mann aus der Armee.
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Bildnachweis: wikicommons


Es sind derzeit einige hohe Staatsdiener und Generäle beim „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“ – Medvedjew, der neue Präsident, bastelt sich wohl seinen Stab zusammen. So stand es heute zumindest im РБК daily.
Von: Manu am März 27, 2008
um 5:12
Ich habe auch vor kurzem gelesen, dass Serdjukovs an seiner Position als Minister bleibt. Das würde dazu passen. Dann könnte man das Geschehen als ein Machtsignal an die anderen werten.
Von: Rusinform am März 27, 2008
um 6:48