[...] Biographie von Vladimir Konstantinowitsch Bukovsky Posted by: Rusinform | Dezember 15, 2007 [...]
Biographie von Vladimir Konstantinowitsch Bukovsky
Vladimir Bukovsky ist einer der bedeutendsten Dissidenten und Kämpfer für Menschenrechte in Russland. Seinen Namen nennt man in einer Reihe mit Alexander Solzhenizin und Andrej Sakharov.
Vladimir Bukovsky wurde am 30. Dezember 1942 in Belebej als Sohn des Schriftstellers, Konstantin Bukovsky, geboren.
Er hat sich schon mit 16 Jahren einer im Untergrund agierenden antisowjetischen Organisation angeschlossen. 1959 wurde er für die Herausgabe und Verbreitung einer handschriftlichen, satirischen Zeitschrift aus der Schule entlassen. Er wurde zu einem der ersten Verfechter der Idee des offenen Widerstandes gegen das kommunistische Regime.
1960 wird Bukovsky einer der Mitorganisatoren der Lesungen der verbotenen Gedichte vor dem Monument von Mayakovsky. Die Versammlungen werden auseinander getrieben, die Wohnungen der Organisatoren werden durchsucht. 1961 wird Bukovsky auf staatliche Anweisung von der Biologischen Fakultät der Moskauer Universität entlassen.
1963 wird er zum ersten mal verhaftet, Grund - “Besitz antisowjetischer Literatur”. Er wird für “unzurechnungsfähig” erklärt und wird in eine spezielle psychiatrische Anstalt in Leningrad eingeliefert aus der er 1965 freikommt.
Ende 1965 nimmt er an der Organisation einer Demonstration zur Unterstützung der verhafteten Schriftsteller Andrej Sinyavskij und Julij Daniel teil. 3 Tage vor der Demonstration wird er festgenommen und kommt bis 1966 in eine psychiatrische Anstalt. Von dort wird er mit Hilfe von Amnestie International befreit.
Am 22. Januar 1967 findet eine von Bukovsky organisierte Protestdemostration gegen die Verhaftung Andersdenkender am Puschkinplatz in Moskau statt. Dafür wird er verhaftet und zu 3 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Im Laufe des Prozesses hält er eine sehr scharf kritische Rede über das kommunistische Regime, die über den Untergrundvertrieb weit verbreitet wird.
Nach der Entlassung 1970 schreibt er ein Dossier über den Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion unter anderem mit Originalen vielen Diagnosen von besonders bekannten Regimegegnern die für “unzurechnungsfähig” erklärt wurden. Er verschickt das Dossier an die Weltorganisation für Psychiatrie (WPA) und ausländische Massenmedien. Als Folge davon hat die WPA 1977 in Bezugnahme auf diesen Bericht die Praktiken des politischen Missbrauchs der Psychiatrie verurteil. Die UdSSR musste deshalb 1983 aus WPA austreten.
1971 wurde Bukovsky wieder verhaftet und zu 7 Jahren Haft mit anschließend 5 Jahren Zwangsarbeit in Lager verurteilt. Im Verlauf der Kampagne gegen ihn, wurde in der Zeitung “Pravda” ein Artikel über ihn geschrieben. Obwohl anders gemeint, hatte dieser Artikel für die russlandweite Anerkennung Bukovskys gesorgt. Er verbrachte die Strafe in Gefängnissen und Lagern für politische Häftlinge (GULAG). 1973 organisierte er in seinem Lager in Perm einen Hungerstreik als Protest gegen die Haftbedingungen. Zusammen mit einem Mithäftling, Psychiater Semen Glusman, schreibt er eine “Anleitung in Psychiatrie für Andersdenkende”, das den Dissidenten helfen soll, die der Staat für “unzurechnungsfähig” zu erklären versucht.
Bukovsky verbringt insgesamt 12 Jahre seines Lebens unter Freiheitsentzug.
Mitte der 70er Jahre fordert die Öffentlichkeit in Europa und USA immer stärker die Freilassung von Bukovsky. Ihre Unterstützung bekundeten unter anderem solche Größen wie Dustin Hoffman, Tom Stoppard, Airis Merdok und der sonst politikscheue Vladimir Nabokov.
Am 18 Dezember 1976 wird Bukovsky auf Entscheidung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei nach Zürich gebracht und dort gegen den ehemaligen chilenischen KP Vorsitzenden Luis Corvalán eingetauscht. Der Tausch macht Bukovsky noch bekannter. Im Lande kursiert seit dem der Spruch “Wir haben einen Raudy gegen Corvalan eingetauscht, wo kriegen wir eine solche … her, um sie gegen Brezhnev einzutauschen?”
Im Westen traf Bukovsky 1977 mit dem amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter zusammen. Er erschafft und leitet die antikommunistische Organisationen. Unter anderem initiiert er den Boykott der Moskauer Olympiade 1980, als Protest gegen den Einmarsch der Sowjettruppen nach Afghanistan.
In der übrigen Zeit studiert er Neurophysiologie an der University of Cambridge (UK) und an der Stanford University (USA).
Im April 1991 reist er auf Einladung von Boris Jelzin zum ersten mal wieder nach Moskau ein. Dieser soll ihn damals sogar als einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten in Betracht gezogen haben.
Am 30. Oktober 1991 wird Bukovsky wieder rehabilitiert. 1992 ist er offizieller Experte im Prozess zur “Sache KPdSU”. Die offiziellen Akten zu den er dabei Zugang gelangt, verarbeitet er in einem seiner Bücher “Moskauer Prozess”.
1992 wird ihm zuerst die russische Staatsbürgerschaft zuerkannt, obwohl er die Bürgerschaft der Sowjetunion nie verloren hatte. Er wird als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Moskau vorgeschlagen, lehnt aber selbst das Aufstellung für das Amt ab. Er unterstützt Jelzin 1993 bei der Abstimmung über die neue Verfassung Russlands. Er kritisiert allerdings die Wahl der Verfassung Jelzins. Dieser hatte von allen Möglichkeiten die Verfassung ausgesucht, bei der die Macht des Präsidenten besonders groß ist. Bukovsky kritisiert 1994 den Tschetschenienkrieg. Danach zieht er sich zunehmend aus der Politik Russlands zurück.
Seine Rückkehr in die russische Politik beginnt 2004 mit dem Beitritt zum “Komitee 2008″ zusammen mit Politikern wie Garry Kasparov oder Boris Nemzov. Das Ziel war es die einfache Weitergabe der Macht an einen ungewählten Nachfolger in Russland zu verhindern.
Vladimir Bukovsky war auch persönlicher Freund des in London ermordeten Alexander Litwinenko. Und wurde von Scotland Yard an den Ermittlungen in diesem Fall beteiligt.
Im Mai 2007 wurde er zur Teilnahme an der Präsidentschaftswahl von einer Gruppe bekannter russischer oppositioneller Akteure aufgefordert. Er erreicht einige Menschen in Russland. Aber schon die Anmeldung seiner Unterstützungsgruppe scheitert an der zentralen Wahlkommission. Die Gründe dafür sind sehr umstritten.
Vladimir Bukovsky ist außerdem Autor eines sehr bekannten Buches “Und der Wind kommt zurück…”.
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Der Inhalt ist zum größten Teil übersetzt von Lebenslauf von Bukovsky auf seiner offiziellen Kandidatenseite.
Bildquelle für zweites Bild: http://www.ils.uec.ac.jp/~dima/RUSSIA/fotki.html
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By: “Wir werden die 5. Duma auflösen” « Das System Russland on Februar 20, 2008
at 9:29 Uhr nachmittags
[...] Biographie von Vladimir Konstantinowitsch Bukovsky Posted by: Rusinform | Februar 22, 2008 [...]
By: Mein Wunschpräsident « Das System Russland on Februar 22, 2008
at 7:57 Uhr nachmittags

